Bodenbeläge richtig verlegen: Tipps und Techniken
Dein neuer Boden soll nicht nur schön aussehen, sondern auch richtig was aushalten

Wer sich für einen neuen Boden entscheidet, sollte sich über viele Dinge Gedanken machen. Nicht nur die Optik spielt eine Rolle, sondern auch die Belastbarkeit und das Material, damit dein Bodenbelag auch den unterschiedlichen Herausforderungen des Alltags gewachsen ist. Im Kinderzimmer, Wohnzimmer und Flur ist die Belastung sicherlich deutlich höher als im Schlafzimmer und Gästezimmer. Wenn der richtige Boden dann gefunden ist, geht es an das richtige Verlegen. Das ist auch für ungeübte Handwerker meistens kein Problem, einige Tipps und Kniffe sollten aber unbedingt beachtet werden.
Das Wichtigste in Kürze
Bevor du dich für einen neuen Boden entscheidest, sind sicherlich viele Faktoren zu beachten. Welchen Untergrund hast du, gibt es eine Fußbodenheizung oder bodentiefe Fenster und auch wie stark wird die Beanspruchung des Bodens im Alltag sein. Die gängigsten Klick-Systeme unterscheiden sich ein wenig voneinander, sind aber auch für ungeübte Handwerker leicht zu verlegen. Doch auch Bodenbeläge mit einer vollflächigen Verklebung bieten viele Vorteile, auch wenn das Verlegen eher was für Profis ist.
Verlegesysteme im Vergleich
Die Entscheidung, ob du den Boden selbst verlegst oder einen Profi hinzuziehst, hängt nicht nur vom Bodenbelag ab, sondern auch von deinem handwerklichen Geschick. Wenn du dich für einen Boden entschieden hast, solltest du dich genau darüber informieren, wie dieser Boden verlegt wird. Je nach Boden muss er auch erst in dem Raum bis zu 48 Std. akklimatisieren, was du in deinem Zeitplan auf jeden Fall berücksichtigen musst.
Es gibt verschiedene Verlegesysteme, die je nach Bodenbelag und Raum unterschiedlich angewendet werden. Ein beliebtes System ist das Klicksystem, was eine schnelle und einfache Verlegung ohne Kleber möglich macht – ideal für DIY-Projekte.
Bei der schwimmenden Verlegung wird der Bodenbelag nicht mit dem Untergrund verbunden, was ihn flexibler und häufig leichter austauschbar macht. Diese Methode eignet sich besonders für Laminat und Vinyl. Bei der vollflächigen Verklebung wird der Boden direkt mit dem Untergrund verklebt, was vor allem bei Klebe-Vinyl, aber auch bei Parkett zur Anwendung kommt.
Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile, und es hängt vom Bodenbelag und der Nutzung des Raums ab, welches System am besten geeignet ist. Bei der Auswahl solltest du die Anforderungen des Raumes berücksichtigen, z. B. Feuchtigkeit im Bad oder starke Beanspruchung in Flur und Kinderzimmer. Nachfolgend findest du genaue Tipps, wie du verschiedene Bodenbeläge optimal verlegst – egal, ob schwimmende Verlegung oder vollflächiges Verkleben.
Verschiedene Klick-Systeme
Angle Angle System bei Laminat
Die Klickverbindung Angle Angle ist das klassische und meistverwendete Klicksystem bei Laminatböden. Der Begriff kommt vom englischen Wort „angle“, also „Winkel“. Die einzelnen Dielen, egal welches Format, werden also in einem bestimmten Winkel mit Nut und Feder miteinander verbunden. Nut und Feder werden ineinander gesteckt, nach unten gedrückt und somit sicher verbunden. So müssen die Dielen an den Quer- und den Längsseiten sicher miteinander verbunden werden. Bei diesem Klicksystem werden zuerst alle Dielen einer Reihe mit der Stirnseite miteinander verbunden. Anschließend wird die komplette Reihe im Winkel in die vorherige Reihe eingeklickt. So entsteht eine äußerst stabile Verbindung. Das Verlegen ist grundsätzlich nicht schwierig, allerdings entstehen natürlich bei größeren Räumen längere Reihen, die dann nicht einfach einzuklicken sind. Hierbei sollte auf jeden Fall mit mehreren Personen gearbeitet werden. Die Verbindungen können auch mit einem Schlagklotz gefestigt werden.
Das Fold Down System bei Laminat
Das Fold-Down-System ist das wohl verlegefreundlichste Laminat und erfreut sich daher immer größerer Beliebtheit. Im Gegensatz zum Angel Angel System können hier die Dielen einzeln verlegt werden und lange Reihen sind kein Thema. Jede Diele wird mit der Längsseite in die Diele der vorherigen Reihe eingeklickt und dann erst mit der Stirnseite der daneben liegenden Diele verbunden. Häufig reicht ein leichtes Andrücken und die einzelnen Dielen sind perfekt ineinander geklickt. Möglich macht das eine kleine Kunststofflippe, die erst aufliegt und durch den Druck an der Stirnseite der nebenliegenden Diele einrastet. Ein wirklich einfaches System also, das auch problemlos alleine und in größeren Räumen verlegt werden kann.
Das Snap System bei Laminat
Ähnlich wie das Fold-Down-System, werden auch hier die Dielen einzeln verbunden und so lässt sich auch das Snap-System problemlos alleine verlegen. Die Längsseite wird angewinkelt in die vorherige Reihe eingeklickt, so dass an der Stirnseite ein Spalt zur vorherigen Diele bleibt. Dieser wird anschließend mit einem Schlagklotz und einem Gummihammer geschlossen. Das System ist wirklich einfach zu verlegen, benötigt allerdings einen etwas höheren Zeitaufwand beim Verlegen, da jede einzelne Diele mit dem Schlagklotz in die richtige Position gebracht werden muss. Dieses System kann auch nicht rückstandslos wieder getrennt werden, da die Verbindung einfach zu fest sitzt.
Welches Klicksystem nun aber dein Boden tatsächlich hat, sollte aber für die Entscheidung beim Kauf des Bodens keine allzu große Rolle spielen. Du musst dir nur vorher darüber Gedanken machen, wie er verlegt wird und ob du weiteres Werkzeug oder noch helfende Hände brauchst. Bei allen Klicksystemen ist aber darauf zu achten, dass zu den Wänden hin eine Dehnungsfuge bleibt. Der schwimmend verlegte Bodenbelag kann sich somit bewegen und auch bei Änderungen der Temperatur und der Raumluftfeuchtigkeit den Bedingungen anpassen.
Vollflächige Verklebung
Das Klebe-Vinyl, auch Dryback genannt, ist besonders robust und widerstandsfähig, da es vollflächig auf dem Untergrund verklebt wird. Dafür muss der Untergrund besonders sorgsam vorbereitet sein. Kleinste Unsauberkeiten und Unebenheiten zeichnen sich bei dem sehr dünnen Boden von nur 1,5 bis 2,5 mm durch, es entsteht ein sogenanntes Durchtelegrafieren. Das sieht nicht nur unschön aus, es kann den Boden auch nachhaltig schädigen. Beim Verlegen ist ebenfalls große Sorgfalt gefragt. Ist der Untergrund optimal vorbereitet, wird der Kleber aufgetragen und die einzelnen Klebeplanken aufgebracht. Der Kleber ist extrem haftend, sodass eine Korrektur beim Verlegen so gut wie ausgeschlossen ist. Es entsteht ein kompaktes, kraftschlüssiges System ohne Hohlstellen. Der Vinyldesignboden zum Kleben sorgt für eine sehr gute Raumakustik, eine hohe Formstabilität und eine beachtliche Druckstabilität. Durch sein 100 % wasserabweisendes Material haben Feuchtigkeit und Nässe keine Chance. Diese Verlegeart macht den Bodenbelag außerdem extrem unempfindlich und leise. Er sollte dadurch aber auch eher von Profis übernommen werden. Das Verlegemuster ist dabei sehr individuell und frei wählbar: Vom eleganten Fischgrät über den klassischen Schiffsboden bis zum altdeutschen und wilden Verand ist alles möglich, was gefällt und zum Einrichtungsstil passt.
Untergrundvorbereitung
Die Untergrundvorbereitung ist entscheidend für ein gutes Ergebnis beim Bodenverlegen. Der Untergrund muss trocken, sauber, eben und tragfähig sein. Unebenheiten oder Feuchtigkeit können dazu führen, dass der Bodenbelag beschädigt wird oder sich nicht fehlerfrei verlegen lässt. Besonders bei Laminat, Parkett und Vinyl ist eine gründliche Vorbereitung wichtig, um eine stabile und dauerhafte Grundlage zu schaffen.
Bevor du mit der Verlegung beginnst, solltest du den Untergrund also gründlich reinigen, um Staub, Schmutz und andere Rückstände zu entfernen. Bei alten Böden oder unebenen Stellen kann eine Nivellierung erforderlich sein. Dabei werden Unebenheiten mit einem Spachtel und Ausgleichsmasse geglättet. Das schafft einen stabilen und gleichmäßigen Untergrund.
Für Laminat und Vinyl ist es entscheidend, dass der Untergrund glatt und ohne Risse ist. Eine unebene Fläche kann zu einer vermehrten Geräuschentwicklung und im schlimmsten Fall aber auch zu Brüchen der einzelnen Dielen oder Klickverbindungen führen. Bei Parkett ist der Schutz vor Feuchtigkeit besonders wichtig, da sich Holz bei Feuchtigkeit verzieht und aufquillt.
Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist, ist die Nutzung einer Fußbodenheizung. Bei einer Fußbodenheizung muss der Untergrund besonders sorgfältig vorbereitet werden. Achte darauf, dass der Bodenbelag mit der Heizung kompatibel ist und die Wärme bestmöglich ohne Wärmeverlust weitergeleitet wird. Es empfiehlt sich, eine Dampfsperre oder spezielle Unterlagen zu verwenden, um den Boden zu schützen.
Kurz gesagt: Die richtige Untergrundvorbereitung ist der Schlüssel, damit der Bodenbelag lange hält und perfekt aussieht. Nimm dir also genug Zeit, um den Untergrund richtig vorzubereiten. Für deinen eigenen Zeitplan musst du auch immer die Trocknungszeiten mit einplanen, wenn du deinen Boden noch aufbereiten musst.
Werkzeuge und Materialien
Bevor du mit dem Verlegen deines Bodenbelags beginnst, benötigst du einige grundlegende Werkzeuge und Materialien, die dir die Arbeit erleichtern und zu einem perfekten Ergebnis verhelfen. Je nach Verlegesystem variieren die benötigten Utensilien. Bei Laminat z. B. ist ein spezieller Laminatschneider sehr hilfreich. Vinyl lässt sich auch mit einem Cuttermesser zurechtschneiden, doch ist das auch mit einigem Kraftaufwand verbunden. Bei größeren Flächen und auch bei dem Zurechtschneiden von Rigid-Vinyl ist der Einsatz einer Stichsäge sicherlich zu empfehlen.
Mit Zugeisen und Schlagklotz kannst du den Übergang zwischen Wand und Türrahmen sauber abschließen und die Dielen in Position bringen, ohne die Kanten zu beschädigen. Für die schwimmende Verlegung brauchst du keine zusätzlichen Klebstoffe oder Spezialwerkzeuge. Denke nur beim Auffüllen der Dehnungsfugen daran, Rundschnur zu benutzen, damit der Effekt erhalten bleibt und sich der schwimmend verlegte Boden weiterhin bewegen kann.
Bei vollflächigem Verkleben achte darauf, dass der Kleber auch wirklich für deinen neuen Boden geeignet ist. Kellen mit Zacken helfen dir, den Kleber gleichmäßig auf dem Untergrund zu verteilen.
Ebenso hilfreich ist eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass der Boden ebenmäßig verlegt wird. Eine Unterlage wie z. B eine Dampfbremse oder eine Trittschalldämmung ist in vielen Fällen ebenfalls notwendig und sollte direkt beim Kauf abgeklärt werden. Um dir das Verlegen zu erleichtern, solltest du gerade bei größeren Räumen auf keinen Fall auf Knieschoner verzichten.
Ein weiterer Punkt, der zu beachten ist, ist die Nutzung einer Fußbodenheizung. Bei einer Fußbodenheizung muss der Untergrund besonders sorgfältig vorbereitet werden. Achte darauf, dass der Bodenbelag mit der Heizung kompatibel ist und die Wärme bestmöglich ohne Wärmeverlust weitergeleitet wird. Es empfiehlt sich, eine Dampfsperre oder spezielle Unterlagen zu verwenden, um den Boden zu schützen.
Kurz gesagt: Die richtige Untergrundvorbereitung ist der Schlüssel, damit der Bodenbelag lange hält und perfekt aussieht. Nimm dir also genug Zeit, um den Untergrund richtig vorzubereiten. Für deinen eigenen Zeitplan musst du auch immer die Trocknungszeiten mit einplanen, wenn du deinen Boden noch aufbereiten musst.
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Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Beim Verlegen eines Bodenbelags können schnell Fehler passieren, die später zu Problemen führen, teuer werden können oder deinen Boden einfach nur unschön aussehen lassen. Eine sorgfältige Vorbereitung und Achtsamkeit während des Verlegens sind entscheidend, um Fehler zu vermeiden und ein professionelles Ergebnis zu erzielen. Hier sind die häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest:
1.Unzureichende Untergrundvorbereitung: Ein unebener oder verschmutzter Untergrund kann dazu führen, dass der Bodenbelag nicht richtig haftet, Wellen wirft und irgendwann bricht. Achte darauf, dass der Untergrund tragfähig, eben, sauber und trocken ist.
2.Falsche Ausrichtung der Dielen: Bei klassischen Dielenformaten solltest du dir vorher Gedanken machen, was du mit der Ausrichtung deines Bodens erreichen möchtest. Soll der Raum breiter oder schmaler wirken, möchtest du, dass er zum Blickfang wird oder soll er sich zurückhaltend in deinen Einrichtungsstil einfügen. Hast du dich für ein kleines Fliesenformat oder für extra große Langdielen entschieden. Es macht auch einen Unterschied im Erscheinungsbild, ob du dich für einen Boden mit Fugen oder Fasen entschieden hast, also eine Sichtbarkeit jeder einzelnen Diele oder ein nahtloses Erscheinungsbild deines Bodens.
3.Falsche Dehnungsfugen: Bodenbeläge wie Laminat und Vinyl dehnen sich je nach Temperatur aus und ziehen sich zusammen. Achte also darauf, eine ausreichend große Dehnungsfuge an den Wänden zu lassen, damit der Boden nicht unter Spannung gerät und bricht.
4.Verlegeanleitung missachtet: Mit jedem Boden wird eine Verlegeanleitung mitgeliefert, entweder als separater Einleger oder auch auf der Rückseite der Kartonage. Mach dich mit der Anleitung vertraut und gehe genau nach Anleitung vor.
5.Unzureichende Akklimatisierung: Die meisten Bodenbeläge, besonders Laminat und Parkett, sollten vor der Verlegung akklimatisiert werden. Lasse den Boden mindestens 48 Stunden in dem Raum liegen, in dem er anschließend auch verlegt wird, damit er sich an die Raumtemperatur und -feuchtigkeit anpassen kann.
Fazit und FAQs
Die Frage, welcher Boden denn nun der Richtige ist und welche Verlegeart sinnvoll ist, lässt sich also nicht pauschal beantworten. Bei der Überlegung sollte auf jeden Fall berücksichtigt werden, wie hoch die Beanspruchung des Bodenbelags im jeweiligen Raum ist, welcher Untergrund vorhanden ist und welche Wirkung mit dem Boden erzielt werden soll. Als Hingucker eignen sich sicherlich auffällige Verlegarten wie eine Fischgrätoptik, und für eine zurückhaltende Optik sollte das Design eher monochrom und vollflächig sein, wie etwa eine Langdiele oder ein Schiffsboden in dezenten Holztönen.
Es gibt verschiedene Klicksysteme, die, je nach Hersteller, unterschiedlich benannt sind. Die häufigsten Klickverbindungen sind Angel Angel, Fold Down und das Snap-System.
Der größte Unterschied liegt darin, dass entweder einzelne Planken verlegt werden oder erst ein Verbund gebildet werden muss, der dann mit einer bestehenden Reihe verbunden wird.
Räume mit hoher Beanspruchung, hoher Feuchtigkeit und auch gewerblich genutzte Räume profitieren von vollflächig verklebten Vinyl-Böden.
Ein optimal vorbereiteter Untergrund ist die perfekte Grundlage für die lange Haltbarkeit des Bodens, damit er auch gepflegt und schön aussieht.
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